Wieso Aufschieben in einen Teufelskreis führt – und was du dagegen tun kannst

Das Aufschieben von unangenehmen Dingen oder von Aufgaben, die wir – sagen wir mal – schwierig finden, ist eine ganz normale Reaktion. Das Aufschieben ist eine Vermeidungsstrategie: Wir schieben etwas auf, um die damit verbundenen unangenehmen Gefühle zu vermeiden. Meist sind das Zweifel oder Ängste, denen wir uns – verständlicherweise – nicht aussetzen wollen.

Das Problem: Die Aufgaben, die wir aufschieben, erledigen sich nicht von alleine. Meistens jedenfalls. Irgendwann müssen wir die Steuererklärung machen, die Präsentation vorbereiten, die Bachelor- oder Master-Arbeit schreiben. Oder eine Entscheidung treffen oder etwas anderes tun, das uns unseren Zielen näher bringt.

Wenn Aufschieben belohnt wird

OK, in manchen Fällen wird das Aufschieben belohnt: Die Besprechung, bei der du eine Präsentation halten sollst, wird abgesagt. Dein Partner, deine Partnerin erledigt die Steuererklärung für dich. Der neue Job, auf den du dich bewerben wolltest, ist inzwischen vergeben.

Aufschieberitis sabotiert dich

In den allermeisten Fällen aber bleibt das, was zu tun wäre, liegen. Weil nur du diese Aufgabe erledigen kannst.

Und dann wird das Aufschieben problematisch. Insbesondere wenn es sich um eine Aufgabe handelt, die dich deinen langfristigen Zielen näher bringen würde: Das kann eine schriftliche Arbeit im Studium oder das Buch sein, mit dem du dich als Experte auf deinem Gebiet zeigen willst; das kann der Schritt in die Selbstständigkeit oder in einen neuen Job sein; das kann ein neues Produkt sein, das du entwickelst.

Problematisch ist das Aufschieben dann, weil du dich damit selbst sabotierst, dich und deinen Erfolg.

Teufelskreis: Aufschieben erzeugt Aufschieben

Außerdem führt Aufschieben dazu, dass wir immer weiter aufschieben. Mit jedem Tag, um den wir eine Aufgabe aufschieben, wird es schwieriger, damit zu beginnen (oder weiter zu machen). Mit jedem Tag wird die Hürde höher, der Schritt, der getan werden müsste, scheint immer größer zu werden.

Denn das Aufschieben ist ja im Grunde nur ein Symptom. Dahinter stecken meist Selbstzweifel und Ängste, oft die Angst vor dem Scheitern, die Angst vor Kritik, manchmal auch die Angst vor dem eigenen Erfolg.

Mit dem Aufschieben kommen dann Selbstvorwürfe. Ich kritisiere mich dafür, den Arsch wieder nicht hochgebracht zu haben, zu wenig Disziplin oder Willenskraft zu haben.

Mit dieser Selbstkritik erhöhe ich den Druck auf mich selbst. Was aber oft nur zu weiterem Aufschieben führt. Gut, bei manchen hilft Druck, der von außen kommt: Eine Deadline, ein fester Termin, an dem nicht zu rütteln ist, Vorgesetzte oder Kunden, die einem bildlich gesprochen auf die Füße treten.

Aber ganz gleich, ob man selbst weiter aufschiebt oder den Druck von anderen braucht: Das führt zu weiterer Selbstkritik und dazu, dass das Selbstwertgefühl noch weiter in den Keller rutscht. Typische Selbstvorwürfe sind: „Ich krieg es allein nicht hin. Ich bin es mir selbst nicht wert (ich mach es nur für meinen Kunden, nicht für mich). Ich bin nicht gut genug.“

Damit steigt die Angst vor dem Versagen noch mehr an, was unweigerlich zu weiterem Aufschieben führt.

Und schon ist man in einer Abwärtsspirale, dem Teufelskreis Aufschieberitis gefangen.

Aufschieberitis: Herumdoktoren an Symptomen hilft nichts

Im Web findest du Hunderte Tipps, „wie du Aufschieberitis/den inneren Schweinehund besiegst“. Nach meiner Erfahrung helfen diese Tipps allenfalls vorübergehend, denn sie setzen nicht an der wahren Ursache des Aufschiebens an, sondern am Symptom. Das sind zumeist Tipps, wie man seine Arbeit besser organisiert oder wie man sich motiviert, wie man seine Disziplin steigert (fehlende Motivation oder Disziplin sind jedoch nicht das Problem).

Die Tipps helfen zwar im Idealfall, unangenehme oder lästige Aufgaben in den Griff zu bekommen, sind aber kein geeignetes Mittel gegen Selbstzweifel oder Ängste.

Nur das hilft: an den Kern des Problems gehen

Nachhaltig wirksam ist nur:

  • herausfinden, was WIRKLICH hinter dem Aufschieben steckt
  • und das dann angehen.

Den Gründen für das Aufschieben kannst du natürlich selbst auf den Grund gehen. Es braucht nur genügend Abstand zu sich selbst und genügend Ehrlichkeit sich selbst gegenüber.

Aus eigener Erfahrung kann ich dir verraten, dass es leichter geht, wenn du dir dabei professionelle Begleitung suchst, die a) weiß, worum es bei Aufschieben typischerweise geht und b) dir wohlgesonnen ist und dir auch Dinge sagt, die weh tun können. Und die weiß, wie man mit Selbstzweifeln und Ängsten umgehen lernt.

Ich stehe dir dafür gern zur Verfügung: Entweder in Einzelsitzungen oder mit meinem Online-Kurs, in dem du mit anderen Leidensgefährten zusammen lernst, das Aufschieben abzulegen.

Der Online-Kurs startet Ende September. Worauf wartest du noch? Aufschieben war gestern.

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