Der Held und sein Ruf

In das Heldenreise-Seminar kommen die Teilnehmer mit einem Ruf – letztlich ist es der Ruf, der sie ins Seminar bringt. Das kann ein innerer Ruf sein oder ein Anstoß von außen, oft von jemandem, der das Seminar schon besucht hat: „Geh dahin, das ist genau das, was du jetzt brauchst.“

Der Ruf als Antriebskraft

Sowohl der innere Ruf als auch der Anstoß von außen haben mit der aktuellen Situation des Teilnehmers zu tun. Die Teilnehmer kommen typischerweise mit einer von zwei Motivationen:

  • eine (innere) Not: „Etwas stimmt nicht in meinem Leben, ich will/muss da etwas ändern.“

  • eine Sehnsucht: „Mir geht’s gut im Leben. Und da ist noch mehr möglich – ich will mehr Lebendigkeit/mehr Erfüllung/Sinn im Leben/…“

Unabhängig von der Motivation ist die Klarheit über das Ziel, mit der die Teilnehmer kommen:

  • Ein Teil weiß genau, wo er hin will, was das Ziel ist, das er erreichen will. Was ihm nicht wirklich klar ist, sind die Gründe, aus denen er das Ziel noch nicht erreicht hat. Ein Tipp: „Ich hab zu wenig Willenskraft.“ ist es in der Regel nicht – die wahren Gründe sind den meisten nicht bewusst.

  • Der andere Teil weiß noch nicht genau, wo er hin will. Meist ist klarer, wovon man weg will, welche Situation man verändern will – nicht aber, was das konkrete Ziel ist.

Erfahrungsgemäß hat ein klares Zielbild höhere Zugkraft und hilft beim Erreichen des Ziels. Es fällt uns deutlich leichter, die bekannte Welt hinter uns zu lassen, wenn wir wissen, wohin es gehen soll.

Kurzer Einschub: Wenn Menschen in einer Situation verharren, die ihnen ganz offensichtlich nicht gut tut, dann sprechen Außenstehende gern davon, dass der Leidensdruck wohl noch nicht hoch genug ist. Einmal abgesehen davon, dass das sehr zynisch ist. Meiner Erfahrung nach ist das in den seltensten Fällen tatsächlich der Grund. Die meisten Menschen kommen erst dann oder erheblich leichter in Bewegung, wenn sie eine Vorstellung davon haben, wohin die Reise gehen soll. Die allerwenigsten würden sich auf eine gefährliche Reise machen, ohne zu wissen, wohin sie fahren. Auch ein Columbus hatte schließlich ein Ziel, zu dem er aufgebrochen ist.

Den Held im Held wecken

Deshalb geht es am zweiten Tag der Heldenreise auch darum, den Ruf zu konkretisieren, so dass sich der Held mit einem klaren Ziel vor Augen auf den Weg machen kann.

Auf seiner Reise werden sich dem Held verschiedene Hindernisse in den Weg stellen. Darum braucht er Fähigkeiten und teilweise auch Unterstützung von außen. Diese Fähigkeiten, seine Ressourcen, bringt er bereits mit. Oft sind sie allerdings verschüttet und dem Helden gar nicht (mehr) bewusst. In mehreren Übungen am „Heldentag“ machen die Helden sich diese Ressourcen wieder zugänglich. Und sind dann bereit, sich – nach dem Heldenbankett am Abschluss des Tages – auf ihre Heldenreise zu wagen.

Das Bild stammt von Pixabay-Nutzer Skeeze.