Ritual zum Jahresabschluss 2020

2020 geht zu Ende. Endlich, gottseidank – so werden viele denken. So schwierig und für manche schmerzhaft das Jahr auch war: Auch in dem beschissenen Jahr gab es das ein oder andere, das positiv war oder das du gut gemeistert hast.

Meine Einladung: Nimm Dir vor Silvester oder am Anfang des neuen Jahres eine Stunde Zeit, um Dir noch einmal vor Augen zu führen, was in diesem Jahr gut gelaufen ist.

Das Ritual zum Jahresabschluss

Mach es Dir auf dem Sofa oder in einem Sessel bequem, und sorge dafür, dass Du die nächste Stunde nicht gestört wirst.

Stell Dir vor, vor Dir ist eine Wäscheleine aufgespannt. Das linke Ende der Leine steht für den 1. Januar 2020, das rechte Ende für den 31. Dezember 2020.

Geh nun in Gedanken das Jahr Monat für Monat durch und such Dir die wichtigsten Ereignissen des Jahres heraus – die positiven ebenso wie negative. Hänge für jedes dieser Ereignisse mit einer imaginären Klammer ein Foto an die Leine.

Nimm Dir dafür Zeit. 20 bis 30 Minuten. Wenn Du länger brauchst, dann brauchst Du länger.

Geh dann wieder in Deiner Vorstellung mit einem leeren Gefäß – zum Beispiel einem imaginären Eimer – die Wäscheleine entlang. Und bleib bei jedem Bild stehen.

Bei den Bildern mit den angenehmen Ereignissen:

Hol Dir diese Ereignisse so lebendig wie möglich zurück.

Schau, was es da zu sehen gibt;
horch, was es zu hören gibt;
rieche, schmecke;
spüre, wie es Dir mit diesem Ereignis geht.

Lass Dir dafür so viel Zeit, wie Du brauchst. Bevor Du weitergehst: Überleg Dir, auf welche Weise Du das Positive dieses Ereignisses ins nächste Jahr mitnehmen kannst.

Vor den Bildern mit den weniger angenehmen Ereignissen

Bleibe hier immer nur kurz stehen. Erinnere Dich kurz an das Ereignis – wirklich nur kurz, es geht nicht darum, noch mal so richtig tief in ein belastendes Ereignis einzutauchen. Halte nun das Gefäß, das Du dabei hast, unter das Foto. Stell Dir vor, wie alle Farben aus dem Foto in das Gefäß laufen.

Wenn Du am Ende der Wäscheleine, also am Ende des Jahres 2020 angekommen bist, blick noch einmal zurück. Genieße noch einmal alles, was positiv war.

Dann öffne Du die Augen. Nimm das Gefäß (aus Deiner Vorstellung) mit den Farben aus den Fotos und schütte es mit Schwung aus. Und dann wirf das Gefäß weit weg.

Spüre nach, wie es Dir jetzt geht.

Und dann schreib Dir alle Dinge aus 2020 auf, für die Du jetzt dankbar bist. Mach das schriftlich – Du wirst sehen: So hast Du mehr davon.

Das Foto stammt von Ashwini Chaudhary (via Unsplash)