A minute to arrive - Fokussiert

Eine Minute für dich: Wie dir diese Übung hilft, kurz innezuhalten und dich zu sammeln

Kennst du das: Du sitzt in einem Meeting oder führst ein Gespräch mit jemand, bist aber noch nicht wirklich da. Vielleicht bist du in Gedanken noch bei einem Anruf oder einem Erlebnis, das du gerade hattest, oder denkst noch über etwas nach, was du später tun willst. Auf diese Weise bist du nicht präsent und bekommst wahrscheinlich nur zum Teil mit, was dein Gegenüber sagt.

Wir haben unsere Tage oft sehr eng getaktet und hetzen von einem Termin zum nächsten oder haken eine Aufgabe nach der anderen ab. Es gibt schließlich so viel zu tun.

Nur: Damit nehmen wir uns die Möglichkeit, beispielsweise unangenehme Erlebnisse erst einmal zu verdauen oder nach einem ärgerlichen Erlebnis wieder runterzukommen. Umgekehrt geben wir uns oft auch nicht die Zeit, das gute Gefühl zu genießen, dass wir gerade etwas geschafft haben. Auf diese Weise können sich insbesondere negative Emotionen und Anspannung anstauen – wenn wir nicht aufpassen, nehmen wir sie dann von der Arbeit nach Hause mit.

Ein tolles Mittel, kurz innezuhalten und das Erlebte zu verdauen, ist die Übung „a minute to arrive“. Damit kannst du dich – in nur einer Minute – sammeln, um dann fokussiert und wieder ganz präsent zu sein. Diese Übung stammt aus dem für die Firma Google entwickelte Achtsamkeitstraining „Search Inside Yourself“, das inzwischen auch in anderen großen Konzernen wie SAP praktiziert wird. Dieses Training ist in dem gleichnamigen Buch von Chade-Meng Tan beschrieben, das es in Englisch und Deutsch gibt (das Taschenbuch gibt es beim Goldmann Verlag, es kostet 9,99 Euro – lass dich bitte nicht von dem Untertitel „Optimiere dein Leben durch Achtsamkeit“ abschrecken).

Eine Minute für mich: wann?

Im Grunde kannst du diese Minute zum Ankommen jederzeit einlegen. Idealerweise nimmst du dir jedes Mal, wenn du kurz davor bist, dich in eine neue Situation zu begeben, eine Minute Zeit, um innezuhalten und wieder ganz bei dir anzukommen.

Dich in eine neue Situation begeben – das kann sein:

  • wenn du am Morgen an deinen Arbeitsplatz gehst und dich hinsetzt (noch bevor du den Computer einschaltest);
  • wenn du jemand anrufen willst (bevor du zum Telefon greifst);
  • bevor du dich in ein Online-Meeting einwählst;
  • wenn du dir etwas zu trinken geholt hast und dich wieder hinsetzt (bevor du weiterarbeitest);
  • wenn du nach Hause kommst (bevor du aus dem Auto steigst oder-bevor du die Tür öffnest);

Innehalten und bei dir ankommen – wie kann das aussehen?

Wenn es dir möglich ist, schließe die Augen. Atme zehn Mal langsam aus und wieder ein, und mach nach jedem Ausatmen eine ganz kurze Pause. Diese zehn ruhigen Atemzüge dauern etwa eine Minute.

In dieser Minute gibt es nichts anderes zu tun: einfach nur atmen. Du musst auch keine tief philosophischen Gedanken denken. Einfach nur atmen, nichts müssen.

Du wirst merken: Das beruhigt ungemein, und du bist (wieder) ganz bei dir, ganz präsent.

Jetzt kannst du, wenn du zuhause angekommen bist, die Familie begrüßen und bist ganz da. Das wird sich komplett anders anfühlen, als wenn du nach Hause hetzt und in Gedanken noch im Büro bist.

Auch bei der Arbeit wirst du merken, dass du wesentlich präsenter bei der neuen Aufgabe bist und sie bewusster und fokussierter anpacken kannst.

Was, wenn mich jemand stört?

Wenn du gerade dabei bist, dir eine Minute für dich zu nehmen, kann es passieren, dass genau in diesem Moment jemand etwas von dir will. Dann ist es völlig in Ordnung, zu sagen: „Moment, ich brauch grade noch eine Minute. Ich bin gleich bei dir.“

Meetings und Seminare beginnen mit „a minute to arrive“

Das „Bei mir ankommen“ ist auch ein gutes Mittel, ein Meeting, ein Seminar oder auch eine Coachingsitzung zu starten. Schlag den anderen Teilnehmenden vor, kurz innezuhalten, ein paar Atemzüge zu tun, um dann „ganz da“, ganz fokussiert teilzunehmen.

 

 

Das Foto stammt von Kwan Fung (via Unsplash).

 

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