Warum es ein Fehler ist, keine Fehler machen zu wollen

Fehler gelten als Zeichen von Schwäche – jemand, der Fehler macht, ist nicht gut in dem, was er tut. Denn man darf keine Fehler machen. Und genau diese Einstellung ist einer der größten Fehler, den wir machen können.

Wir Menschen lernen durch Ausprobieren: Wir probieren etwas und schauen, ob es zum Erfolg führt oder nicht. Wenn es funktioniert, machen wir es wieder. Wenn etwas nicht funktioniert, probieren wir etwas anderes (jedenfalls, wenn wir ein anderes Ergebnis bekommen wollen). Also: Trial and Error, Versuch und Irrtum.

Warum sich Kinder so rasend schnell entwickeln

Stell dir vor, du hättest schon als Krabbelkind versucht, auf keinen Fall Fehler zu machen. Wie hättest du dann das Gehen gelernt oder das Sprechen? Kinder probieren und probieren und geben nicht auf. Kein Kind zählt, wie oft es hingefallen ist. Deshalb verläuft die Entwicklung bei Kleinkindern auch so rasend schnell: Sie machen einen Fehler nach dem anderen, lernen daraus und entwickeln sich weiter. In dem Alter machen sie sich noch keine Gedanken darüber, wie doof es aussieht, wenn sie auf den Hintern plumpsen, oder was andere über sie denken.

Später allerdings lernen wir, wie „man“ mit Fehlern umgeht. Großen Einfluss darauf hat, wie unsere Eltern auf Fehler reagieren. Wenn wir für Fehler kritisiert oder getadelt werden, wenn wir Ablehnung erfahren oder gar bestraft werden, lernen wir daraus, dass Fehler schlecht sind. Wir werden uns dann irgendwann für Fehler selbst verurteilen. Und wir werden nicht die Verantwortung für unsere Fehler übernehmen, sondern Entschuldigungen oder Ausreden suchen und unsere Fehler vielleicht sogar anderen in die Schuhe schieben.

Wer ständig damit beschäftigt ist, Fehler abzuwehren, klein zu reden, Entschuldigungen zu suchen, nimmt sich die Möglichkeit, aus seinen Fehlern zu lernen.

Und er macht sich das Leben unnötig schwer. Denn Fehler lassen sich schlicht und einfach nicht vermeiden. Wer um jeden Preis Fehler vermeiden will, darf sich im Grunde nicht mehr bewegen – denn schon, wenn er sich nur umdreht, könnte er irgendetwas umstoßen, das hinter ihm steht. Deshalb geht er auch möglichst kein Risiko ein, bleibt in seiner Komfortzone – und entwickelt sich so auch nicht weiter.

Entwicklung geht nicht ohne Versuch und Irrtum

Im Beruf, in Gesellschaft anderer oder auch im Privaten betreten wir ja ständig Neuland. Wir können oft gar nicht wissen, was richtig oder falsch ist. Das finden wir manchmal erst heraus, wenn wir aktiv werden – und dann merken: „OK, so funktioniert das nicht.“ Dazu hilft es (mir zumindest), das Tun als Experiment zu begreifen. Bei einem Experiment weiß ich vorher nicht sicher, was das Ergebnis sein wird. Das Experiment bringt möglicherweise nicht das erwünschte Ergebnis – das ist eine wichtige Erkenntnis (und kein Fehler).

Mir ist bewusst, dass Perfektionisten kaum etwas so sehr fürchten wie Fehler, denn für Fehler könnten sie kritisiert werden. Nur: Wie wäre es, wenn du eine neue, eine entspanntere Einstellung zu Fehlern entwickeln könntest? Nur mal angenommen …

Vier gute Gründe für Fehler

  1. Du entwickelst dich weiter
    Wenn du alles tust, um Fehler zu vermeiden, dann wirst du zwangsläufig immer die gleichen Wege gehen – die kennst du, da weißt du, dass du nichts falsch machst. Damit nimmst du dir die Chance, etwas dazuzulernen, dich weiterzuentwickeln.
  2. Du lernst, dass du weniger Angst vor Fehlern haben musst
    Natürlich kann es passieren, dass ein Fehler gravierende Folgen hat. Aber die allermeisten Fehler ziehen keine katastrophalen Konsequenzen nach sich. Auch wenn es komisch klingt: Wenn du viele Fehler machst, wirst du merken, dass die wenigsten wirklich schlimm sind.
  3. Du wirst mehr zustande bringen
    Kaum etwas bremst einen so sehr wie das Streben nach Perfektion. Schließlich dauert es, bis man ins Tun kommt; außerdem muss man alles mehrmals prüfen. Wenn du akzeptierst, dass es Fehler geben kann und dass Perfektion in den allermeisten Fällen gar nicht notwendig ist, dann kannst du dich auf das Wesentliche konzentrieren und deine Aufgaben schneller erledigen, ohne schlampig zu sein.
  4. Du wirst sicherer im Leben stehen
    Wenn du Fehler machst und dazu stehen kannst (statt den Fehler abzustreiten, dich zu rechtfertigen oder die Verantwortung abzuschieben), stehst du mehr zu dir selbst. Du wirst erleben, dass dich Fehler und Rückschläge nicht umwerfen. Dass die Welt nicht untergeht – und dass du dich vor Fehlern nicht fürchten musst.

Ein Experiment

Deshalb: Wo könntest du heute mal riskieren, einen Fehler zu machen?
Natürlich keinen Fehler, der dich oder jemand anderen Kopf und Kragen kostet.

Beobachte dich dabei, wie es dir geht, bevor du den Fehler ganz bewusst machst. Und wie es dir danach geht.

Viel Spaß dabei 🙂

 

Titelbild von Horia Varlan, Bukarest, 2009
Lizensiert unter der Lizenz Creative Commons Attribution 2.0 Generic.

 

 

Die Kunst, in diesen unsicheren Zeiten nicht den Verstand zu verlieren

Es sind gerade schwierige Zeiten: die Pandemie, die Gefahr einer schweren Erkrankung, die Reaktionen der Politik und die wirtschaftlichen Folgen. All das löst bei vielen Unsicherheit und Ängste aus und führt zu (unfreiwilligem) Rückzug.

Diese 5 Tipps helfen dir, gut durch die unsicheren Zeiten zu kommen und sie aktiv zu gestalten.

1. Ängste und Zweifel sind ganz natürlich

Wir leben in unsicheren Zeiten. Keiner weiß wirklich, wie sich die Pandemie entwickeln wird, wie es wirtschaftlich weitergehen wird, ob wir es noch schaffen werden, den Klimawandel so weit abzumildern, dass die Erde ein lebenswerter Planet für unsere Kinder und Kindeskinder bleibt. Die Wissenschaft führt uns gerade vor Augen, dass sie zu brandneuen Themen nur langsam sichere Erkenntnisse liefern kann, dass das, was gestern noch galt, heute schon wieder überholt sein kann (Was ich nicht als als Kritik an Wissenschaft an sich missverstanden wissen möchte – in ganz vielen Bereichen liefert uns die Wissenschaft zuverlässige Informationen).

In solchen Zeiten ist es ganz normal, ja sogar vernünftig, Zweifel und Ängste zu haben. Wir wissen schlicht und einfach nicht sicher, was Sache ist und wie es weitergehen wird.

Und ja: Ängste lähmen uns erst einmal, verhindern, dass wir ins Tun kommen. Das ist manchmal auch gut so, weil hektisches Handeln oft das Gegenteil von dem bewirkt, was beabsichtigt ist.

Wichtig ist erst einmal, sich einzugestehen: Ja, ich weiß grade nicht weiter, ich habe gerade Ängste …

Das ist normal, das ist kein Zeichen von Schwäche. Sondern eher ein Zeichen dafür, dass deine natürlichen Reflexe funktionieren. Und das Eingestehen ist ein Zeichen dafür, dass du ehrlich zu dir bist.

Wichtig ist aber auch: Lass dich nicht dauerhaft von der Angst lähmen. Denn dann bleibst du handlungsunfähig und der Situation ausgeliefert. Wie du wieder ins Handeln kommst, darum geht es in den nächsten Tipps.

2. In Bewegung kommen

Vielleicht willst du dich im Moment am liebsten verkriechen. Decke über den Kopf, nichts mehr hören und sehen. „Weckt mich auf, wenn das Ganze vorbei ist.“

Das ist nachvollziehbar und ein ganz natürlicher Wunsch.

Allerdings sind wir als Species nicht für so etwas wie Winterschlaf geeignet. Wir würden schlicht und einfach verhungern. Und nicht nur körperlich, sondern auch im übertragenen Sinn, weil uns menschliche Kontakte und Anregungen fehlen.

Deshalb: Komm in Bewegung.

Geh regelmäßig spazieren, am besten in der Natur. So bekommst du frische Luft und Sonnenlicht (wichtig für den Vitamin-D-Haushalt). Und Natur – Wasser und Wälder – wirkt entspannend.

Vor allem aber kommst du raus aus der Erstarrung, die eine Situation auslöst, auf die wir wenig Einfluss haben.

Wenn Rausgehen keine Option ist: Bewege dich in der Wohnung: Fenster auf, Luft tanken und auf der Stelle laufen oder Yoga, Stretching oder was auch immer dir an Bewegung guttut.

3. Fokus darauf, worauf du Einfluss hast

Je mehr Energie du auf Dinge verwendest, auf die du keinen Einfluss hast, desto weniger Energie bleibt dir für die Dinge, die du tatsächlich beeinflussen kannst.

Natürlich ist es interessant, was gerade in den USA rund um die Wahlen passiert. Ja, es hat durchaus Einfluss auf unser Leben, wer dort in Zukunft die Regierung stellt. Nur: Umgekehrt hast du höchstwahrscheinlich keinen Einfluss auf die US-Regierung (du konntest im Höchstfall zur Wahl gehen).

Natürlich kann man sich aufregen über … In den meisten Fällen verändert das wenig – mal abgesehen davon, dass dein Kreislauf in die Höhe geht. Was nicht das Schlechteste sein muss.

Natürlich kann man sich Sorgen machen über die eigene Zukunft, über die Gefahr, krank zu werden, über die Klimaveränderungen, über die wirtschaftliche Lage, …

Hilfreich finde ich da, immer wieder zu schauen: Worauf hab ich Einfluss? Und worauf nicht?

Wenn ich mir Sorgen mache, aber nichts an der Situation ändern oder nicht vorbeugen kann, dann führt das dazu, dass ich mich zunehmend hilflos, fühle, dass ich mich ausgeliefert, gelähmt fühle.

Auch ein Perspektivwechsel hilft:

Der Fokus auf nationale oder globale Ereignisse führt dazu, dass wir uns klein und machtlos fühlen. Fokussiere dich stattdessen auf dein Leben, deine Familie, dein Umfeld.

Und schau: Was kann ich hier und jetzt tun?

4. Kontakte pflegen

Laut einer YouGov-Umfrage fehlen mehr 27 Prozent der Befragten in der Coronakrise Unterstützung aus dem persönlichen Bereich. 10 Prozent kämpfen nach eigenen Angaben sogar mit Corona-Einsamkeit, ihnen fehlen Menschen, mit denen sie reden können.

Unsere direkten Kontakte sind zurzeit eingeschränkt, das Gespräch unter vier Augen, Berührung, Umarmungen, geselliges Beisammensitzen, Singen, Tanzen und noch einiges mehr, ist im Moment verboten – oder schlicht gefährlich.

Umso wichtiger ist es, jetzt auf anderen Wegen Kontakt zu halten: per Telefon, Skype, Videokonferenzen, per Brief oder E-Mail. Und auch Gespräche über den Gartenzaun, von Balkon zu Balkon oder auf der Straße mit sicherem Abstand helfen.

5. Positiver Rückblick auf den Tag

Zum Abschluss noch eine konkrete Sache, mit der du dir tagtäglich etwas Gutes tust. Geh am Abend kurz vor dem Schlafengehen in Gedanken deinen Tag durch: Für welche Erlebnisse, Situationen, Menschen kannst du heute dankbar sein. Versuche, mindestens drei Dinge zu finden. Und bleibe mit deiner Aufmerksamkeit bei allen dreien für ein, zwei Minuten. Das entspannt ungemein und erhöht deine Achtsamkeit für die schönen Dinge, die dir im Alltag begegnen.

Studien zeigen, dass diese Praxis nicht nur die Stimmung und die Sicht auf die Welt verbessert, sondern auch ganz konkret für besseren Schlaf sorgt.

Noch ein Tipp dazu: Führe ein Dankbarkeitstagebuch und notiere darin jeden Abend drei oder mehr Dinge, für die du dankbar bist. Eine Studie von Professor Robert Emmons von der Universität Kalifornien hat ergeben, dass die Teilnehmer, die ein solches Dankbarkeitstagebuch führten, optimistischer im Leben standen, bessere Stimmung hatten, seltener krank waren und einen erholsameren Schlaf hatten.

Viel Freude dabei!

Und was hilft dir, gut durch diese Zeit zu kommen?

Verrate es uns und hinterlass einen Kommentar,

 

Das Titelbild stammt von Aline Dassel (via Pixabay). Das Naturbild stammt von Pixabay-Nutzer Herrcut. Das Danke-Foto stammt von Unsplash-Nutzer Portuguese Gravity.

Impuls: dein sicherer Ort

In unsicheren Zeiten brauchen wir – mehr noch als sonst – einen Ort, an dem wir uns sicher fühlen. Einen Ort, an den wir uns zurückziehen können, um durchzuschnaufen, um uns zu sammeln, um zu regenerieren.

Das muss kein realer Ort sein. Ein sicherer Ort in unserer Fantasie kann genauso hilfreich sein, denn den können wir immer dabei haben.

Bevor du loslegst

Lies diesen Beitrag nicht einfach nur und leg ihn dann beiseite. Meine Empfehlung: Mach dir schriftlich Notizen, wenn du die folgenden Fragen beantwortest. Das Aufschreiben hilft dir dabei, konkret und klar zu werden. Außerdem hast du dann schwarz auf weiß, was es an Nährendem in deinem Leben gibt.

Falls du jetzt gerade keine Zeit dafür hast: Block dir eine halbe Stunde im Kalender und beschäftige dich dann mit diesen Fragen.

Dein sicherer Ort

Stell dir einen Ort vor, an dem du dich sicher fühlst. Entweder einen realen Ort oder einen fiktiven.

Wie sieht es an diesem Ort aus? Wie ist das Licht? Welche Geräusche sind da zu hören? Wonach riecht es?

Was macht ihn für dich zu einem sicheren Ort?

Wie kannst du dafür sorgen, dass keine unerwünschte Person und auch sonst kein Wesen deinen Ort entdeckt, wenn du das nicht willst? Kannst du den Ort verbergen? Oder verschließen? Vielleicht gibt es auch einen versteckten Pfad dorthin, den nur du kennst …

Buchempfehlung: Gute Tage trotz Krebs

Wie es an Krebs Erkrankten gelingt, ihre Tage und Nächte so gut wie möglich zu gestalten ― das zeigt Sabine Dinkel in ihrem dritten Buch zum Thema Krebs. Das Buch ist Ratgeber und Mutmacher in einem. Und auch Sabines unglaublicher Humor strahlt durch das ganze Buch.

Der Schwerpunkt liegt allerdings auf dem Ratgeber-Aspekt. Ganz praktisch: Was ist zu tun, wenn ich die Diagnose Krebs bekomme? Wie sorge ich immer wieder dafür, mich in einen guten Zustand zu bringen? So gut es mit dieser Krankheit eben geht.

Sabine zeigt, welche Einstellung zur Krankheit hilfreich ist, welchen Einfluss die Sprache auf unser Erleben hat, und wie wichtig es ist, wie man und frau sich mit der Krankheit selbst definiert. Gerade in dieser Hinsicht war sie für mich ein leuchtendes Beispiel – „war“, weil sie im Juli 2020 nach vier Jahren mit Krebs gestorben ist.

Zwei Schwerpunkte des Buchs sind für mich „Glücklich sein mit Schnieptröte“ und die Selbstfürsorge. Dazu gibt Sabine eine Fülle schöner Anregungen. „Schnieptröte“ war übrigens der Name, den sie ihrer Krebserkrankung gab; ihre Angst taufte sie „Hildegard“. Ganz praktisch sind die Tipps gegen die Angst, formuliert aus der Perspektive von Hildegard.

Der natternstielige Schleimfuß

Auf vielen Seiten animiert Sabine zum Mitmachen und Ins-Buch-Reinschreiben, etwa „Booster für die Seele“ und Schimpfwörter für die eigene Schnieptröte. Genial ihre Vorschläge aus dem Pilzbestimmungsbuch: „Du natternstieliger Schleimfuß“ oder „zinnoberroter Pustelpilz“.

Zu verschiedenen Themen, etwa dem Umgang mit Schmerz und Übelkeit, nennt sie weiterführende Literatur. Und im Serviceteil an Schluss hat sie eine Reihe von Hilfsangeboten aufgeführt: Selbsthilfegruppen, Lebens- und Sterbeammen, den gemeinnützigen Verein „Nana ― Recover your Smile e.V.“ und noch vieles mehr. Und in Ihrem letzten Kapitel, treffend „Is this the end?“ betitelt, geht es genau darum: Was ist noch zu erledigen, damit man/frau gut auf das Ende vorbereitet ist?

Leseempfehlung

Eine absolute Leseempfehlung für alle, die an Krebs erkrankt sind, für ihre Familien und Freunde und für Menschen, die sie pflegend, therapeutisch oder auf andere Weise auf ihrem Weg begleiten.

Sabine Dinkel: Gute Tage trotz Krebs
Humboldt Verlag
176 Seiten, 19,99 Euro

Warum ein 3-Sterne-Koch es liebt, Fehler zu machen

Der französische Koch Alain Passard, Inhaber eines 3-Sterne-Restaurants in Paris, sagte in einem Interview im Magazin der Süddeutschen Zeitung 2017: „Wir [gemeint: in unserem Restaurant] suchen Fehler. … Um uns korrigieren zu können. Ein Koch, der sich nicht mehr korrigiert, verliert seine Magie. Ich liebe es, Fehler zu machen. Es gibt keinen anderen Weg, um seine Kunst weiterzuentwickeln. Wenn alles perfekt ist, gibt es keinen Fortschritt, man verharrt im Status quo und ist dann auch ganz schnell gelangweilt.“

Sterne-Köche haben angeblich vor nichts so viel Angst wie davor, ihre Sterne zu verlieren. Denn die Sterne, die der Hotel- und Restaurantführer Guide Michelin jedes Jahr als Bewertung von Restaurants vergibt, gelten als höchste Auszeichnung für den Chefkoch und die Küche.

Wenn nun ein Sterne-Koch lieber Fehler macht, um nicht im Status quo zu verharren, und damit seine Sterne riskiert: Wie wäre es mit einem kleinen Experiment? Wie wäre es, wenn du ganz bewusst ausprobierst, Fehler zu machen? Selbstverständlich nicht in einem Bereich, in dem es um Leben und Tod geht oder von dem deine Beziehung, dein Job oder etwas anderes Wichtiges abhängt.

Kreativ-Experiment: Lustvoll Fehler machen

  1. Suche dir ein Vorhaben, das in den nächsten Tagen ansteht und von dem nichts Lebenswichtiges abhängt.
  2. Nimm dir einen Zettel und notiere, worin das Vorhaben besteht, was das Ergebnis sein soll und welche Schritte dazu nötig sind.
  3. Nun überlege für jeden dieser Schritte, was du da falsch machen könntest.
  4. Suche dir zwei Schritte heraus, bei denen du etwas falsch machen könntest. Notiere dir, welche Fehler du hier absichtlich machen könntest.
  5. Male dir für jeden dieser Fehler in Gedanken aus, was dann passieren könnte.
  6. Die Konsequenzen, die du dir in Schritt 5 ausgemalt hast, waren wahrscheinlich eher negative. Jetzt überlege dir, für wen die Fehler positive Folgen haben könnten. Notiere, wer von den Fehlern profitiert und wie. Da dürfen auch lustige und an den Haaren herbeigezogene Konsequenzen sein.
    Ein Beispiel: „Wenn ich ausrutsche und mir die Hose zerreiße, dann freut sich meine Freundin, weil ich dann endlich die abgewetzte Cordhose wegwerfe.“

Der Beitrag ist ein Auszug aus meinem Buch Gut genug statt perfekt“, das im September erschienen ist.

Das Titelfoto stammt von Johnathan Macedo auf Unsplash.

Meine Reise nach Utopia: So einfach geht nachhaltiges Leben

Das Journal, das ich in Kooperation mit Utopia.de verfasst habe, lädt ein, Schritt für Schritt in ein bewusstes und nachhaltiges Leben zu starten. Es ist ein Mitmachbuch, das die Leser*innen durch ein ganzes Jahr begleitet.

Nachhaltiges Leben bedeutet für mich nicht nur, achtsam und verantwortungsvoll mit der Welt umzugehen, in der wir leben. Nachhaltiges Leben bedeutet genauso auch: achtsam und verantwortungsvoll mit mir selbst umzugehen,  auf meine Bedürfnisse zu achten und diese in Einklang mit den Bedürfnissen meiner Umwelt zu leben.

Für jede Woche des Jahres gibt es zwei Doppelseiten:

  • Eine Doppelseite mit Anregungen für umweltbewusstes Verhalten; hinzu kommt einmal im Monat ein Impuls zur persönlichen Entwicklung.
  • Plus eine Doppelseite mit viel Platz zum Reinschreiben oder Zeichnen, auf der man Reflexionen zu einem Thema, Erfahrungen und Notizen festhalten kann.

Verfasst habe ich das Journal in Zusammenarbeit mit Utopia.de, der größten Nachhaltigkeitsplattform Deutschlands.

Praktische Tipps für ein nachhaltiges Leben

Die Praxistipps sind thematisch gegliedert (hier nur einige Beispiele):

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Impuls: Was nährt dich?

Im Alltag verbringen wir viel Zeit mit Machen, Tun, mit Geben. Wann und wie tankst du auf? Was tut dir gut, wie füllst du deine Batterien wieder auf? Und wovon könntest du mal wieder mehr tun?

Bevor du loslegst

Lies diesen Beitrag nicht einfach nur und leg ihn dann beiseite. Meine Empfehlung: Mach dir schriftlich Notizen, wenn du die folgenden Fragen beantwortest. Das Aufschreiben hilft dir dabei, konkret und klar zu werden. Außerdem hast du dann schwarz auf weiß, was es an Nährendem in deinem Leben gibt.

Falls du jetzt gerade keine Zeit dafür hast: Block dir eine halbe Stunde im Kalender und beschäftige dich dann mit diesen Fragen.

1. Was nährt Dich?

Das kann ganz wortwörtlich Nahrung sein, das können aber auch im übertragenen Sinn Erlebnisse sein, Begegnungen, die Natur, Musik, Tanzen, Sport, Musik … Alles, was dir guttut, bei dem du auftankst. Was ist es bei dir?

2. Nachspüren

Nimm dir ruhig etwas Zeit, genau hinzuspüren: Wie fühlt es sich an? Wo im Körper spürst du, dass dich … nährt?

3. Wie kannst du mehr Nährendes in dein Leben bringen?

Wovon könntest du mehr tun?

Und ganz konkret: Wie holst du dir diese Woche mehr Nährendes in dein Leben? Was genau? Wann, wie, mit wem?

 

Wieso Aufschieben in einen Teufelskreis führt – und was du dagegen tun kannst

Das Aufschieben von unangenehmen Dingen oder von Aufgaben, die wir – sagen wir mal – schwierig finden, ist eine ganz normale Reaktion. Das Aufschieben ist eine Vermeidungsstrategie: Wir schieben etwas auf, um die damit verbundenen unangenehmen Gefühle zu vermeiden. Meist sind das Zweifel oder Ängste, denen wir uns – verständlicherweise – nicht aussetzen wollen.

Das Problem: Die Aufgaben, die wir aufschieben, erledigen sich nicht von alleine. Meistens jedenfalls. Irgendwann müssen wir die Steuererklärung machen, die Präsentation vorbereiten, die Bachelor- oder Master-Arbeit schreiben. Oder eine Entscheidung treffen oder etwas anderes tun, das uns unseren Zielen näher bringt. Weiterlesen

Buchempfehlung: Loslassen – wie du echte emotionale Freiheit gewinnst

Meine Kollegin Heide Liebmann hat kürzlich ein Buch zum Thema Loslassen veröffentlicht, das ich sehr empfehlen kann. Es ist ein kompaktes Mitmach-Buch, in dem Heide 33 Methoden vorstellt, die in bestimmten belastenden Situationen hilfreich sind.

Thematisch gegliedert ist das Buch nach Methoden zu diesen Schwerpunkten:

  • Stress und Anspannung loslassen
  • Erwartungen loslassen
  • Träume loslassen
  • Das alte Selbstbild loslassen
  • Perfektion und Kontrolle loslassen
  • Scham und Schuldgefühle loslassen
  • Trauer und Trennungsschmerz verarbeiten
  • Belastende Erinnerungen loslassen

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