Bist du in deinem Körper zu Hause?

Was für ein Verhältnis hast du zu deinem Körper? Fühlst du dich wohl in deinem Körper? Rundum wohl oder zumindest in Teilen deines Körpers? Kümmerst du dich liebevoll um ihn? Oder nutzt du ihn im Grunde nur als Träger deines Kopfes? Vielleicht ist dein Körper auch „nur“ ein Panzer, mit dem du dich schützt.

Mit dieser Übung kannst du erforschen, wie du deinen Körper wahrnimmst, und dann (wieder) stärker in Kontakt mit ihm treten. Auch wenn du vielleicht – noch – ein eher zwiespältiges Verhältnis zu deinem Körper hast, kann das eine sehr aufschlussreiche und bereichernde Übung sein.

Körperbild zeichnen

Falls du einen großen Bogen Packpapier oder etwas Vergleichbares hast (mindestens 1,5 Meter breit und 2 Meter hoch), leg das Papier auf dem Boden aus. Leg dich rücklings auf das Papier und bitte eine zweite Person, mit einem dicken Filzstift deine Konturen zu umfahren. So hast du ein lebensgroßes Körperbild von dir.

Falls du kein Packpapier zur Hand hast, kannst du dir auch mit ein paar DIN-A4-Blättern behelfen. Zeichne auf ein Blatt einen groben Umriss deines Körpers. Der Umriss muss nicht maßstabgerecht und detailgetreu sein. Nutz aber ruhig die gesamte Höhe des Blattes.

In Kontakt mit deinem Körper treten

Häng das Körperbild an die Wand oder leg es auf den Boden.

Schau dir das Bild genau an.

Dann spür in dich hinein. Nimm dir Zeit für jedes Körperteil – dabei kann es helfen, eine Hand jeweils auf den Körperteil zu legen, um damit Kontakt aufzunehmen.

Wie geht es dir mit diesem Körperteil? Welche Gefühle sind damit verbunden? Positive? Negative? Ein neutrales Empfinden? Etwas ganz anderes?

Wie wohl fühlst du dich mit diesem Körperteil? Hast du da vielleicht Schmerzen? Fühlt es sich taub an? Oder vielleicht auch fremd, so als ob „das da“ überhaupt nicht zu dir gehören würde?

Welche Gedanken kommen dir zu diesem Körperteil?

Empfindungen und Gedanken notieren

Schreib diese Gefühle, Empfindungen und Gedanken auf: Wenn du ein körpergroßes Bild hast, schreib direkt in das Bild, dort, wo sich das jeweilige Körperteil befindet.

Wenn Du kleinere Blätter nutzt, leg um das Bild mehrere DIN-A4-Blätter herum und schreibe darauf – verbinde dann die Textblöcke über Linien oder Pfeile mit dem zugehörigen Körperteil.

Ergänze die Notizen im Lauf der nächsten Tage.

Wenn du Lust (und noch Platz auf dem Papier) hast, kannst du Körperteile auch miteinander kommunizieren lassen. Schreib auch das auf.

Mit Abstand betrachtet

Nach ein paar Tagen, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, tritt zwei, drei Schritte zurück und betrachte das Körperbild noch einmal.

Einige Stellen sind wahrscheinlich vollgeschrieben, während an anderen wenig oder gar nichts steht.

Schreib nun auf einem weiteren Blatt Papier auf, was dir beim Betrachten des Bildes auffällt. Was empfindest du, welche Gedanken gehen dir durch den Kopf?

Lies die Notizen ein, zwei Tage später noch einmal durch. Was empfindest du jetzt, welche Gedanken kommen jetzt?

Vielleicht hat sich etwas in deiner Sicht auf dich und deinen Körper verändert …

Und vielleicht hast du Lust, dich in den nächsten Tagen mit einigen Stellen deines Körpers näher zu beschäftigen, die bisher nicht so sehr im Fokus lagen.

Ich wünsch dir Freude beim Entdecken.

 

 

Die beiden Bilder sind von Depositphotos lizensiert.

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