Die Kunst, in diesen unsicheren Zeiten nicht den Verstand zu verlieren

Es sind gerade schwierige Zeiten: die Pandemie, die Gefahr einer schweren Erkrankung, die Reaktionen der Politik und die wirtschaftlichen Folgen. All das löst bei vielen Unsicherheit und Ängste aus und führt zu (unfreiwilligem) Rückzug.

Diese 5 Tipps helfen dir, gut durch die unsicheren Zeiten zu kommen und sie aktiv zu gestalten.

1. Ängste und Zweifel sind ganz natürlich

Wir leben in unsicheren Zeiten. Keiner weiß wirklich, wie sich die Pandemie entwickeln wird, wie es wirtschaftlich weitergehen wird, ob wir es noch schaffen werden, den Klimawandel so weit abzumildern, dass die Erde ein lebenswerter Planet für unsere Kinder und Kindeskinder bleibt. Die Wissenschaft führt uns gerade vor Augen, dass sie zu brandneuen Themen nur langsam sichere Erkenntnisse liefern kann, dass das, was gestern noch galt, heute schon wieder überholt sein kann (Was ich nicht als als Kritik an Wissenschaft an sich missverstanden wissen möchte – in ganz vielen Bereichen liefert uns die Wissenschaft zuverlässige Informationen).

In solchen Zeiten ist es ganz normal, ja sogar vernünftig, Zweifel und Ängste zu haben. Wir wissen schlicht und einfach nicht sicher, was Sache ist und wie es weitergehen wird.

Und ja: Ängste lähmen uns erst einmal, verhindern, dass wir ins Tun kommen. Das ist manchmal auch gut so, weil hektisches Handeln oft das Gegenteil von dem bewirkt, was beabsichtigt ist.

Wichtig ist erst einmal, sich einzugestehen: Ja, ich weiß grade nicht weiter, ich habe gerade Ängste …

Das ist normal, das ist kein Zeichen von Schwäche. Sondern eher ein Zeichen dafür, dass deine natürlichen Reflexe funktionieren. Und das Eingestehen ist ein Zeichen dafür, dass du ehrlich zu dir bist.

Wichtig ist aber auch: Lass dich nicht dauerhaft von der Angst lähmen. Denn dann bleibst du handlungsunfähig und der Situation ausgeliefert. Wie du wieder ins Handeln kommst, darum geht es in den nächsten Tipps.

2. In Bewegung kommen

Vielleicht willst du dich im Moment am liebsten verkriechen. Decke über den Kopf, nichts mehr hören und sehen. „Weckt mich auf, wenn das Ganze vorbei ist.“

Das ist nachvollziehbar und ein ganz natürlicher Wunsch.

Allerdings sind wir als Species nicht für so etwas wie Winterschlaf geeignet. Wir würden schlicht und einfach verhungern. Und nicht nur körperlich, sondern auch im übertragenen Sinn, weil uns menschliche Kontakte und Anregungen fehlen.

Deshalb: Komm in Bewegung.

Geh regelmäßig spazieren, am besten in der Natur. So bekommst du frische Luft und Sonnenlicht (wichtig für den Vitamin-D-Haushalt). Und Natur – Wasser und Wälder – wirkt entspannend.

Vor allem aber kommst du raus aus der Erstarrung, die eine Situation auslöst, auf die wir wenig Einfluss haben.

Wenn Rausgehen keine Option ist: Bewege dich in der Wohnung: Fenster auf, Luft tanken und auf der Stelle laufen oder Yoga, Stretching oder was auch immer dir an Bewegung guttut.

3. Fokus darauf, worauf du Einfluss hast

Je mehr Energie du auf Dinge verwendest, auf die du keinen Einfluss hast, desto weniger Energie bleibt dir für die Dinge, die du tatsächlich beeinflussen kannst.

Natürlich ist es interessant, was gerade in den USA rund um die Wahlen passiert. Ja, es hat durchaus Einfluss auf unser Leben, wer dort in Zukunft die Regierung stellt. Nur: Umgekehrt hast du höchstwahrscheinlich keinen Einfluss auf die US-Regierung (du konntest im Höchstfall zur Wahl gehen).

Natürlich kann man sich aufregen über … In den meisten Fällen verändert das wenig – mal abgesehen davon, dass dein Kreislauf in die Höhe geht. Was nicht das Schlechteste sein muss.

Natürlich kann man sich Sorgen machen über die eigene Zukunft, über die Gefahr, krank zu werden, über die Klimaveränderungen, über die wirtschaftliche Lage, …

Hilfreich finde ich da, immer wieder zu schauen: Worauf hab ich Einfluss? Und worauf nicht?

Wenn ich mir Sorgen mache, aber nichts an der Situation ändern oder nicht vorbeugen kann, dann führt das dazu, dass ich mich zunehmend hilflos, fühle, dass ich mich ausgeliefert, gelähmt fühle.

Auch ein Perspektivwechsel hilft:

Der Fokus auf nationale oder globale Ereignisse führt dazu, dass wir uns klein und machtlos fühlen. Fokussiere dich stattdessen auf dein Leben, deine Familie, dein Umfeld.

Und schau: Was kann ich hier und jetzt tun?

4. Kontakte pflegen

Laut einer YouGov-Umfrage fehlen mehr 27 Prozent der Befragten in der Coronakrise Unterstützung aus dem persönlichen Bereich. 10 Prozent kämpfen nach eigenen Angaben sogar mit Corona-Einsamkeit, ihnen fehlen Menschen, mit denen sie reden können.

Unsere direkten Kontakte sind zurzeit eingeschränkt, das Gespräch unter vier Augen, Berührung, Umarmungen, geselliges Beisammensitzen, Singen, Tanzen und noch einiges mehr, ist im Moment verboten – oder schlicht gefährlich.

Umso wichtiger ist es, jetzt auf anderen Wegen Kontakt zu halten: per Telefon, Skype, Videokonferenzen, per Brief oder E-Mail. Und auch Gespräche über den Gartenzaun, von Balkon zu Balkon oder auf der Straße mit sicherem Abstand helfen.

5. Positiver Rückblick auf den Tag

Zum Abschluss noch eine konkrete Sache, mit der du dir tagtäglich etwas Gutes tust. Geh am Abend kurz vor dem Schlafengehen in Gedanken deinen Tag durch: Für welche Erlebnisse, Situationen, Menschen kannst du heute dankbar sein. Versuche, mindestens drei Dinge zu finden. Und bleibe mit deiner Aufmerksamkeit bei allen dreien für ein, zwei Minuten. Das entspannt ungemein und erhöht deine Achtsamkeit für die schönen Dinge, die dir im Alltag begegnen.

Studien zeigen, dass diese Praxis nicht nur die Stimmung und die Sicht auf die Welt verbessert, sondern auch ganz konkret für besseren Schlaf sorgt.

Noch ein Tipp dazu: Führe ein Dankbarkeitstagebuch und notiere darin jeden Abend drei oder mehr Dinge, für die du dankbar bist. Eine Studie von Professor Robert Emmons von der Universität Kalifornien hat ergeben, dass die Teilnehmer, die ein solches Dankbarkeitstagebuch führten, optimistischer im Leben standen, bessere Stimmung hatten, seltener krank waren und einen erholsameren Schlaf hatten.

Viel Freude dabei!

Und was hilft dir, gut durch diese Zeit zu kommen?

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Das Titelbild stammt von Aline Dassel (via Pixabay). Das Naturbild stammt von Pixabay-Nutzer Herrcut. Das Danke-Foto stammt von Unsplash-Nutzer Portuguese Gravity.

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