Impuls: deine Ressourcen bewusst nutzen

Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, was sie alles können, welche Fähigkeiten und positiven Eigenschaften sie haben. In anderen Worten: welche Ressourcen ihnen zur Verfügung stehen. Das, was uns leicht fällt, was wir gut können, finden wir häufig „ganz normal“, gar nicht erwähnenswert. Dabei sind es genau diese Dinge, die uns dahin gebracht haben, wo wir heute stehen.

Und so lange uns nicht bewusst ist, was wir alles „auf dem Kasten haben“, können wir diese Ressourcen nur eingeschränkt nutzen – und uns damit zeigen.

Und genau darum geht es in diesem Beitrag:

  • Welche Ressourcen ― Fähigkeiten, Eigenschaften – hast du überhaupt?
  • Wie kannst du sie ganz bewusst einsetzen?

Lesen allein reicht nicht

Meine Empfehlung: Lies diesen Beitrag nicht einfach nur und leg ihn dann beiseite.

Mach dir schriftlich Notizen zu den Anregungen, die ich unten gebe. Das Aufschreiben hilft dir dabei, konkret und klar zu werden. Außerdem hast du dann schwarz auf weiß, auf welche Ressourcen du zurückgreifen kannst.

Was sind überhaupt Ressourcen?

Ressourcen sind Kraftquellen unterschiedlichster Art (im Wort steckt das französische „source“, übersetzt: „Quelle“). Es sind Quellen, aus denen du schöpfen kannst, was du für ein erfüllendes Leben brauchst. Außerdem helfen dir diese Kraftquellen, Probleme zu lösen und in schwierigen Situationen zurechtzukommen.

Jeder Mensch verfügt über verschiedenste Ressourcen, die bei jedem unterschiedlich ausgeprägt sind.

Hier eine nach Rubriken aufgeteilte Liste, die selbstverständlich nicht vollständig ist:

  • Physische Ressourcen: alles, was sich auf deinen Körper bezieht, beispielsweise Gesundheit, Ausdauer, Kraft, das Dich-wohlfühlen-im-Körper …
  • Psychische Ressourcen: Motivation, Begabungen, Kreativität, Vorstellungsvermögen, Optimismus, Humor, Erinnerungen, Selbstakzeptanz und Selbstwertgefühl, Ziele, Visionen, Sinn im Leben, Spiritualität …
  • Materielle oder ökonomische Ressourcen: deine Arbeit, Einkommen, alles, was dir materielle Sicherheit gibt (Rücklagen, Besitz, Rentenansprüche) …
  • Professionelle Ressourcen: professionelles Know-how, Fähigkeiten, Kompetenzen, Bildung, Interessen, Lernfähigkeit …
  • Soziale Ressourcen: Partnerschaft, Familie, Freundschaften, Netzwerk, Sexualität …
  • Relationale Ressourcen: Beziehungsfähigkeit, Empathie, Vertrauen, Konfliktfähigkeit, Kommunikation, Engagement …
  • Weitere Ressourcen: Hobbys/Interessen, die Natur …

Welche Ressourcen stehen dir zur Verfügung?

Wenn du die folgenden Fragen allein beantwortest, mach das schriftlich.

Es kann auch eine schöne Partnerübung sein, entweder mit deinem Beziehungspartner/deiner Partnerin oder auch mit einem guten Freund, einer Freundin. Dann empfehle ich euch: Eine(r) fragt und notiert die Antworten der anderen Person, dann wechselt ihr. Und wundere dich nicht, wenn deinem Gegenüber noch weitere Ressourcen einfallen, die du hast.

Impuls 1: Geh die Liste oben durch, und notiere dir zu jeder Rubrik mindestens zwei Ressourcen, über die du tatsächlich verfügst. Lass dir Zeit dabei – erfahrungsgemäß sind die Antworten, die nicht gleich wie aus der Pistole geschossen kommen, am spannendsten.

Impuls 2: Pick dir vier oder fünf der Ressourcen heraus. Versetz dich in eine Situation zurück, in der du diese Ressource genutzt hast – und spüre nach, wie es sich dabei angefühlt hat. Hinterher notierst du, was besonders auffällig oder wichtig war.
Wenn du diese Übung mit einem Partner/einer Partnerin machst, versetz dich in die Situation, spüre nach und schildere hinterher der anderen Person, wie sich das angefühlt hat (dein Gegenüber sollte zuhören, ein Mitschreiben ist da nicht nötig).

Deine Ressourcen einsetzen

Es ist gut, zu wissen, über welche Ressourcen man verfügt. Noch besser ist es, diese Ressourcen auch gezielt einzusetzen – da, wo du sie gut brauchen kannst.

Impuls 3: Such dir drei Ressourcen aus deiner persönlichen Liste aus und überleg dir, wo und wann du auf diese drei (oder eine davon) in den nächsten sieben Tagen zurückgreifen könntest. Notiere dir die Ressource, die Situation und was du tun wirst.

Impuls 4: Am Abend, nachdem du eine der Ressourcen eingesetzt hast, notierst du dir, was du getan hast und wie sich das ausgewirkt hat. Und wie du dich dabei gefühlt hast.

Impuls 5: Wenn du magst, wiederhole in der nächste Woche Impuls 3 und 4.

Impuls 6: Und wenn du Lust hast, ergänze in den nächsten Tagen die Liste aus #1, um ein umfassenderes Bild von dir selbst zu bekommen.

Viel Spaß dabei.

Und schreib mir doch als Kommentar, was dir dabei ein- und aufgefallen ist. Keine falsche Scham 🙂

 

Das Titelfoto stammt von Free-Photos auf Pixabay. Das Foto der Tänzerin stammt von Leon Liu, Quelle: Unsplash .

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