Warum ein 3-Sterne-Koch es liebt, Fehler zu machen

Der französische Koch Alain Passard, Inhaber eines 3-Sterne-Restaurants in Paris, sagte in einem Interview im Magazin der Süddeutschen Zeitung 2017: „Wir [gemeint: in unserem Restaurant] suchen Fehler. … Um uns korrigieren zu können. Ein Koch, der sich nicht mehr korrigiert, verliert seine Magie. Ich liebe es, Fehler zu machen. Es gibt keinen anderen Weg, um seine Kunst weiterzuentwickeln. Wenn alles perfekt ist, gibt es keinen Fortschritt, man verharrt im Status quo und ist dann auch ganz schnell gelangweilt.“

Sterne-Köche haben angeblich vor nichts so viel Angst wie davor, ihre Sterne zu verlieren. Denn die Sterne, die der Hotel- und Restaurantführer Guide Michelin jedes Jahr als Bewertung von Restaurants vergibt, gelten als höchste Auszeichnung für den Chefkoch und die Küche.

Wenn nun ein Sterne-Koch lieber Fehler macht, um nicht im Status quo zu verharren, und damit seine Sterne riskiert: Wie wäre es mit einem kleinen Experiment? Wie wäre es, wenn du ganz bewusst ausprobierst, Fehler zu machen? Selbstverständlich nicht in einem Bereich, in dem es um Leben und Tod geht oder von dem deine Beziehung, dein Job oder etwas anderes Wichtiges abhängt.

Kreativ-Experiment: Lustvoll Fehler machen

  1. Suche dir ein Vorhaben, das in den nächsten Tagen ansteht und von dem nichts Lebenswichtiges abhängt.
  2. Nimm dir einen Zettel und notiere, worin das Vorhaben besteht, was das Ergebnis sein soll und welche Schritte dazu nötig sind.
  3. Nun überlege für jeden dieser Schritte, was du da falsch machen könntest.
  4. Suche dir zwei Schritte heraus, bei denen du etwas falsch machen könntest. Notiere dir, welche Fehler du hier absichtlich machen könntest.
  5. Male dir für jeden dieser Fehler in Gedanken aus, was dann passieren könnte.
  6. Die Konsequenzen, die du dir in Schritt 5 ausgemalt hast, waren wahrscheinlich eher negative. Jetzt überlege dir, für wen die Fehler positive Folgen haben könnten. Notiere, wer von den Fehlern profitiert und wie. Da dürfen auch lustige und an den Haaren herbeigezogene Konsequenzen sein.
    Ein Beispiel: „Wenn ich ausrutsche und mir die Hose zerreiße, dann freut sich meine Freundin, weil ich dann endlich die abgewetzte Cordhose wegwerfe.“

Der Beitrag ist ein Auszug aus meinem Buch Gut genug statt perfekt“, das im September erschienen ist.

Das Titelfoto stammt von Johnathan Macedo auf Unsplash.

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