Selbstakzeptanz

Wie du lernst, dich so sein zu lassen, wie du bist – und dadurch unerwünschtes Verhalten loslässt

Vielleicht kennst du das: Wenn wir ein bestimmtes Verhalten an uns ablehnen und es unbedingt loswerden wollen, dann klappt das – wenn überhaupt – nur kurzzeitig. Und Schwupps ist das unerwünschte Verhalten wieder da. Wir können uns noch so sehr anstrengen, es kommt immer mal wieder – vielleicht seltener, aber es kommt wieder. Ich behaupte sogar: Je heftiger wir etwas an uns ablehnen, desto schwieriger ist es, dieses Verhalten abzulegen.

So paradox es klingt: Nachhaltige und tiefgreifende Veränderungen erreicht man nicht durch Druck, Willenskraft oder Anstrengung, sondern nur über Selbstakzeptanz.

In der Gestalttherapie nennt man das das Paradox der Veränderung. Der Psychotherapeut Carl Rogers hat das so ausgedrückt:

„Wenn ich mich akzeptiere, wie ich bin, dann verändere ich mich.“

Wenn ich das im Coaching oder in Seminaren erkläre, kommt unweigerlich die Frage: „Und wie mache ich das? Ich weiß nicht, wie das geht: Mich so akzeptieren, wie ich bin.“

Selbstakzeptanz ist eine Fähigkeit

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Wenn Deine Fantasie Dich einschränkt

Gestaltgruppe

Wir leben auf zwei Ebenen: auf der Realitätsebene und auf der Fantasieebene. Auf der Realitätsebene sind wir in Kontakt mit unseren Gefühlen und dem, was wir im Inneren und im Außen wahrnehmen. Was wir sehen, hören, spüren, riechen, schmecken und was wir fühlen.

Auf der Fantasieebene interpretieren wir das, was wir wahrnehmen – und unterscheiden oft nicht zwischen der Wahrnehmung und der Fantasie. Da sehen wir jemand, der die Arme vor der Brust verschränkt – und „denken“ sofort, er würde uns ablehnen. Ohne diesen Gedanken zu hinterfragen und ohne unser Gegenüber zu fragen. Dann würden wir vielleicht erfahren, dass es unserem Gegenüber so geht wie einer Frau, die vor einiger Zeit an einem meiner Seminare teilgenommen hatte: Sie saß oft mit verschränkten Armen da, weil ihr so der Rücken weniger weg tat. Oder wir warten tagelang am Telefon und glauben, er oder sie würde sich nicht für uns interessieren – sonst hätte er oder sie doch schon längst angerufen. Und sie bzw. er tut das Gleiche und wartet ebenfalls.

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Wie dir die VW-Regel hilft, konstruktiv mit Vorwürfen umzugehen

Ob in der Partnerschaft, in der Familie oder auch am Arbeitsplatz: Menschen verschwenden viel Zeit und Energie damit, einander Vorwürfe zu machen. Diese Art des Umgangs miteinander ist wenig konstruktiv, oft sogar destruktiv.

Der Witz dabei: Manche der Vorwürfe, die einer von beiden Beteiligten „hört“, sind gar nicht als Vorwurf gemeint. Dennoch reagiert er (oder sie) häufig mehr oder weniger aggressiv auf den vermeintlichen Angriff. Und schon entsteht ein Streit.

Dabei steckt laut Manfred Prior (dem Autor des tollen Büchleins MiniMax-Interventionen) hinter jedem Vorwurf ein Wunsch – daher die Bezeichnung VW-Regel (Vorwurf – Wunsch).

Das schreibt Prior zwar nicht explizit: Aber auch hinter einem Satz, der beim Gegenüber als Vorwurf ankommt, aber nicht als Vorwurf gedacht war, steckt sehr häufig ebenfalls ein Wunsch. Weiterlesen

Heilsames Schreiben: Wie du dich mit Stift und Papier in eine bessere Stimmung bringst

„Ich kann alles abschütteln, während ich schreibe; meine Sorgen verschwinden, mein Mut wird wiedergeboren.“ Schrieb einst Anne Frank.

Tatsächlich kann Schreiben heilsame Wirkung haben. Das Schreiben kann uns helfen, eine düstere Stimmung aufzuhellen. Wir können uns damit in eine positive, erwartungsvolle, freudige Stimmung versetzen. Das Schreiben kann dazu beitragen, Selbstzweifel zu zerstreuen. Und es kann uns den nötigen Schub geben, eine länger aufgeschobene Aufgabe anzupacken.

Das Schöne daran: Schreiben können wir praktisch zu jeder Zeit und zu jedem Ort. Und wir brauchen keine andere Person dazu.

Es ist die einfachste und letztlich auch günstigste Art, unsere Stimmung ins Positive zu wenden und einen großen Schritt nach vorn zu tun.

Inzwischen gibt es eine riesige Auswahl an Schreibübungen. Ich habe drei Übungen für unterschiedlichste Zwecke herausgesucht.

Viel Freude damit – und auch viel Erfolg dabei.

Wenn du ins Tun kommen willst

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Ins Tun kommen

Wie du nach einer Unterbrechung wieder ins Tun kommst

Vielleicht kennst du das: Es läuft gut, du kommst gut voran, dann gibt es eine Unterbrechung oder Störung ― und schon ist der Schwung weg. Und je länger die Pause dauert ― Stunden, Tage, Wochen ―, desto schwieriger ist es, wieder in den Flow zu kommen.

Von deinem Umfeld kommt der gut gemeinte Rat: Hingefallen? Wieder aufstehen, Staub abklopfen (oder Krone richten), weitermachen.

Wenn das klappt: Wunderbar. Falls das nicht klappt, probiere die folgenden Tipps aus.

Tipp 1: dein Warum

Was ist der Grund, aus dem du dich für das Projekt entschieden hast, das darauf wartet, dass du weiter daran arbeitest?

Was versprichst du dir von dem Projekt?

Was wird anders sein, wenn es abgeschlossen ist?

Spricht irgendetwas dagegen, mit dem Projekt weiterzumachen?

Dann los. Weiterlesen

Impuls: die beste Zeit deines Lebens

Was war die beste Zeit deines bisherigen Lebens?

Bevor du loslegst

Lies diesen Beitrag nicht einfach nur und leg ihn dann beiseite. Meine Empfehlung: Mach dir schriftlich Notizen, wenn du die folgenden Fragen beantwortest. Das Aufschreiben hilft dir dabei, konkret und klar zu werden. Außerdem hast du dann schwarz auf weiß, was es an Nährendem in deinem Leben gibt.

Die beste Zeit

Was war die beste Zeit deines bisherigen Lebens?

Falls du jetzt gerade keine Zeit dafür hast: Block dir eine halbe Stunde im Kalender und beschäftige dich dann mit diesen Fragen.

Was war daran so gut? Was waren die Umstände, welche Lebenseinstellung hattest du damals?

Was müsste passieren, damit du (wieder) das Gefühl hast, dass jetzt die beste Zeit deines Lebens ist?

Fehler machen

Warum es ein Fehler ist, keine Fehler machen zu wollen

Fehler gelten als Zeichen von Schwäche – jemand, der Fehler macht, ist nicht gut in dem, was er tut. Denn man darf keine Fehler machen. Und genau diese Einstellung ist einer der größten Fehler, den wir machen können.

Wir Menschen lernen durch Ausprobieren: Wir probieren etwas und schauen, ob es zum Erfolg führt oder nicht. Wenn es funktioniert, machen wir es wieder. Wenn etwas nicht funktioniert, probieren wir etwas anderes (jedenfalls, wenn wir ein anderes Ergebnis bekommen wollen). Also: Trial and Error, Versuch und Irrtum.

Warum sich Kinder so rasend schnell entwickeln

Stell dir vor, du hättest schon als Krabbelkind versucht, auf keinen Fall Fehler zu machen. Wie hättest du dann das Gehen gelernt oder das Sprechen? Kinder probieren und probieren und geben nicht auf. Kein Kind zählt, wie oft es hingefallen ist. Deshalb verläuft die Entwicklung bei Kleinkindern auch so rasend schnell: Sie machen einen Fehler nach dem anderen, lernen daraus und entwickeln sich weiter. In dem Alter machen sie sich noch keine Gedanken darüber, wie doof es aussieht, wenn sie auf den Hintern plumpsen, oder was andere über sie denken. Weiterlesen

Impuls: dein sicherer Ort

In unsicheren Zeiten brauchen wir – mehr noch als sonst – einen Ort, an dem wir uns sicher fühlen. Einen Ort, an den wir uns zurückziehen können, um durchzuschnaufen, um uns zu sammeln, um zu regenerieren.

Das muss kein realer Ort sein. Ein sicherer Ort in unserer Fantasie kann genauso hilfreich sein, denn den können wir immer dabei haben.

Bevor du loslegst

Lies diesen Beitrag nicht einfach nur und leg ihn dann beiseite. Meine Empfehlung: Mach dir schriftlich Notizen, wenn du die folgenden Fragen beantwortest. Das Aufschreiben hilft dir dabei, konkret und klar zu werden. Außerdem hast du dann schwarz auf weiß, was es an Nährendem in deinem Leben gibt.

Falls du jetzt gerade keine Zeit dafür hast: Block dir eine halbe Stunde im Kalender und beschäftige dich dann mit diesen Fragen.

Dein sicherer Ort

Stell dir einen Ort vor, an dem du dich sicher fühlst. Entweder einen realen Ort oder einen fiktiven.

Wie sieht es an diesem Ort aus? Wie ist das Licht? Welche Geräusche sind da zu hören? Wonach riecht es?

Was macht ihn für dich zu einem sicheren Ort?

Wie kannst du dafür sorgen, dass keine unerwünschte Person und auch sonst kein Wesen deinen Ort entdeckt, wenn du das nicht willst? Kannst du den Ort verbergen? Oder verschließen? Vielleicht gibt es auch einen versteckten Pfad dorthin, den nur du kennst …